Biographie

Die Sopranistin Julia Sophie Wagner ist in München geboren aber schon seit langem in Leipzig zuhause. Sie stammt aus einer Familie, in der Musik immer eine große Rolle spielte, beruflich wie privat. Aufgewachsen vor allem in der musikalischen Tradition von Johann Sebastian Bach, ist sie seinen Werken ganz besonders verbunden und machte sich als Spezialistin für seine Oratorien schnell einen Namen. 2021 wurde sie ins Direktorium der Neuen Bachgesellschaft e.V. berufen.

Kategorisierungen versucht Julia Sophie Wagner zu vermeiden. Sie fühlt sich sowohl in der Musik des Barock, als auch in den großen oratorischen Werken der Klassik und Romantik stimmlich und stilistisch zu Hause. Ihr Debut im Kennedy Center Washington mit Beethovens Missa Solemnis wurde vom Washington Life Magazine zum „Kennedy Center-Event des Jahres“ gewählt. Gleichzeitig interessiert sie sich sehr für zeitgenössische Musik, wobei sie insbesondere die Frage nach der Vereinbarkeit von künstlerisch- musikalischem Gehalt und unmittelbarer emotionaler Zugänglichkeit neuer Musik beschäftigt. Die Kammermusik mit ihren besonders ausgeprägten Möglichkeiten der Kommunikation sowohl innerhalb des Ensembles als auch mit dem Publikum, und in diesem Bereich vor allem das Lied, nimmt einen besonderen Platz in ihrem Repertoire ein. In den verganenen Jahren sind auf diesem Gebiet etliche Programme und Projekte entstanden, oft gemeinsam mit dem Pianisten Eric Schneider.

Nach einigen Jahren der Abstinenz von der Opernbühne ist Julia Sophie Wagner nun auch dort wieder mehr zu erleben; in der Spielzeit 2019/20 war sie Mitglied des Ensembles der Oper Leipzig, seither ist sie dem Haus als Gast verpflichtet, unter anderem als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“, sowie als Friederike in „Paradiese“ von Gerd Kühr und Hans-Ulrich Treichel, einem Auftragswerk der Oper Leipzig.

Julia Sophie Wagner ist gern gesehener Gast bei Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Washington National Symphony Orchestra, dem Münchener Kammerorchester und dem Rundfunkorchester Berlin, RTVE Madrid oder RAI Turin. Außerdem arbeitet sie mit Barockensembles wie dem Collegium 1704 ode  der Bachgesellschaft St. Gallen zusammen. In der Saison 2022/23 wird sie mit der Berliner Akademie für Alte Musik und dem RIAS Kammerchor auf Tournee gehen.

Konzertreisen und Gastspiele führen sie von Europa über Amerika bis nach Südamerika und Asien, wo sie u. a. in der Berliner Philharmonie, dem Palau de la Musica Barcelona, im Kennedy Center in Washington und im Teatro Colon Buenos Aires auftrat. Julia Sophie Wagner ist zu Gast bei internationalen Festivals wie dem Maggio Musicale Florenz, den Mendelssohn Festtagen und dem Bachfest Leipzig, den Tagen alter Musik Herne, dem Oregon Bach Festival, dem Rheingau Musikfestival oder dem Festival de la Chaise Dieu.

Liederabende gibt sie u.a. regelmäßig beim Bachfest Leipzig, außerdem in der Tonhalle Zürich, dem Gewandhaus Leipzig sowie in Japan und den USA. Mit Eric Schneider verbindet sie eine enge musikalische Freundschaft, die mit der gemeinsamen CD „Leipziger Schule“ begann; seither sind viele gemeinsame Programme entstanden, oft in Kombination von Liedern und Lyrik oder anderen Texten. Im Bereich der Avant-Garde und zeitgenössischen Musik ist Julia Sophie Wagner gemeinsam mit dem Leipziger Komponisten und Pianisten Steffen Schleiermacher ständig auf der Suche nach Repertoireerweiterung, 2022 werden sie die bereits dritte gemeinsame Lied-CD aufnehmen, gemeinsam mit seinem „Ensemble Avantgarde“ steht die Sopranistin regelmäßig auf der Bühne und vor dem Mikrofon.

Eine weitere Leidenschaft von Julia Sophie Wagner sind selbst entwickelte Formate verschiedenster Ausrichtung, so zum Beispiel ihr Kinder-Musiktheater »Prinzessin Elise oder: Märchenprinzen singen auch« in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gewandhaus und Deutschlandfunk Kultur; zuletzt das Bach-Requiem „ET LUX.“ mit neuen Texten des Lyrikers Thomas Kunst, das bei den Thüringer Bachwochen seine Premiere feierte. (mehr dazu in der Kategorie „Projekte“)

Julia Sophie Wagner studierte an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar bei Venceslava Hruba-Freiberger, an der McGill University in Montreal, Kanada bei Lucile Evans und an der HMT »Felix Mendelssohn-Bartholdy« Leipzig bei Hans-Joachim Beyer. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie bei Meisterkursen von Edith Wiens, Peter Schreier, Ingrid Figur und Graham Johnson. Sie ist Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter des Internationalen Mozart Gesangswettbewerbs Prag, des Paula-Salomon-Lindberg-Wettbewerbs für zeitgenössisches Lied und des Lortzing-Wettbewerbs, sowie Stipendiatin des DAAD und der Oper Leipzig.