Biographie

Die Sopranistin Julia Sophie Wagner ist in München geboren aber schon seit langem in Leipzig zuhause. Sie stammt aus einer Familie, in der Musik immer eine große Rolle spielte, beruflich wie privat. Aufgewachsen vor allem in der musikalischen Tradition von Johann Sebastian Bach, ist sie seinen Werken ganz besonders verbunden und machte sich als Spezialistin für seine Oratorien schnell einen Namen.

Kategorisierungen versucht Julia Sophie Wagner zu vermeiden. Sie fühlt sich sowohl in der Musik des Barock, als auch in den großen oratorischen Werken der Klassik und Romantik stilistisch zu Hause. Ihr Debut im Kennedy Center Washington mit Beethovens Missa Solemnis, wurde vom Washington Life Magazine zum „Kennedy Center-Event des Jahres 2014“ gewählt. Gleichzeitig interessiert sie sich sehr für zeitgenössische Musik, wobei sie insbesondere die Frage nach der Vereinbarkeit von künstlerisch- musikalischem Gehalt und unmittelbarer emotionaler Zugänglichkeit neuer Musik beschäftigt. Die Kammermusik mit ihren besonders ausgeprägten Möglichkeiten der Kommunikation sowohl innerhalb des Ensembles als auch mit dem Publikum, und in diesem Bereich vor allem das Lied, nimmt einen besonderen Platz in ihrem Repertoire ein. In den verganenen Jahren sind auf diesem Gebiet etliche Programme und Projekte entstanden, oft gemeinsam mit dem Pianisten Eric Schneider.

Nach einigen Jahren weitgehender Abstinenz von der Opernbühne aus familiären Gründen, wird Julia Sophie Wagner in Zukunft auch dort wieder mehr zu hören sein; in der Spielzeit 2019/20 unter anderem als Pamina in der Neuprodunktion von Mozarts „Zauberflöte“ an der Oper Leipzig.

Julia Sophie Wagner ist gern gesehener Gast bei Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Washington National Symphony Orchestra, dem Münchener Kammerorchester und dem Rundfunkorchester Berlin, RTVE Madrid oder RAI Turin, sowie den Bachkollegien Stuttgart und München. Außerdem arbeitet sie mit Barockensembles wie dem Collegium 1704,  der Bachgesellschaft St. Gallen oder dem Ensemble Tafelmusik Toronto zusammen. Viele dieser Konzerte wurden für Radio und Fernsehen aufgenommen, etliche sind auf CD und DVD erschienen.

Konzertreisen und Gastspiele führen sie von Europa über Amerika bis nach Südamerika und Asien, wo sie u. a. in der Berliner Philharmonie, dem Palau de la Musica Barcelona, der Tchaikowsky Hall Moskau, im Kennedy Center in Washington und im Teatro Colon Buenos Aires auftrat. Julia Sophie Wagner ist zu Gast bei internationalen Festivals wie dem Maggio Musicale Florenz, den Mendelssohn Festtagen und dem Bachfest Leipzig, den Tagen alter Musik Herne, dem Oregon Bach Festival, dem Carinthischen Sommer und dem Europäischen Musikfest Stuttgart, sowie dem Rheingau Musikfestival oder dem Festival de la Chaise Dieu.

Liederabende gibt sie u.a. beim Bachfest Leipzig, dem Kammermusik-festival Hohenstaufen, in der Tonhalle Zürich, dem Gewandhaus Leipzig sowie in Japan und den USA. Besonders häufig arbeitet sie zusammen mit Eric Schneider, mit dem sie in Co-Produktion mit DeutschlandradioKultur eine CD mit Liedern von Clara und Robert Schumann, Felix Mendelssohn und Edvard Grieg einspielte, die im Sommer 2015 erschien und ein begeistertes Echo in Radio und Presse fand. Mit selbst entwickelten Formaten versucht Julia Sophie Wagner, das Genre Lied einem größeren Publikum zugänglich zu machen, aktuell mit einem Konzertformat für Kinder »Prinzessin Elise oder: Märchenprinzen singen auch« in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gewandhaus und Deutschlandfunk Kultur sowie mit der audiovisuellen Produktion »Lost – #dubistdieruh“.

Eine langjährige musikalische Freundschaft verbindet sie mit Helmuth Rilling. Nach einer erfolgreichen Deutschland-Tournee mit Bachs h-Moll Messe, unter anderem in die Liederhalle Stuttgart und das Festspielhaus Baden-Baden, war sie eingeladen, mit ihm sowohl mehrfach in Italien zu gastieren, als auch mit den Ensembles der Bachakademie Stuttgart auf eine Tournee durch Südamerika zu gehen. In den letzten Jahren wurde sie regelmäßig von Rilling als Sopransolistin der Bachkantatenakademie Weimar verpflichtet.
Der Leipziger Bach-Tradition ist sie ebenfalls eng verbunden, die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Thomanerchor und die zehnte Einladung in Folge zur Mitwirkung im Bachfest Leipzig liegen ihr besonders am Herzen.

Gemeinsam mit Steffen Schleiermacher widmet sich Julia Sophie Wagner der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts; mit ihm gestaltete sie u. a. Liederabende mit Liedern von Olivier Messiaen; die Russische Avantgarde ist Thema einer Fernsehdokumentation der Produktionsfirma Accentus, bei der sie als Duo mitgewirkt haben.

Als Teil des Ensembles „Sweet Bird“ gestaltet sie gemeinsam mit Tatjana Ruhland, (Flöte) und Christian Schmitt (Klavier bzw. Orgel) Konzerte, die sich durch sorgfältig durchdachte Programmgestaltung und interessante Eigenbearbeitungen auszeichnen.

Julia Sophie Wagner studierte an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar bei Venceslava Hruba-Freiberger, an der McGill University in Montreal, Kanada bei Lucile Evans und an der HMT »Felix Mendelssohn-Bartholdy« Leipzig bei Hans-Joachim Beyer. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie bei Meisterkursen von Edith Wiens, Peter Schreier, Ingrid Figur und Graham Johnson. Sie ist Preisträgerin mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter des Internationalen Mozart Gesangswettbewerbs Prag, des Paula-Salomon-Lindberg-Wettbewerbs für zeitgenössisches Lied und des Lortzing-Wettbewerbs, sowie Stipendiatin des DAAD und der Oper Leipzig, wo sie unter anderem Le Feu und Rossignol in Ravels »L’enfant et les sortileges« sowie Anna Reich in Otto Nicolais »Lustigen Weibern von Windsor« sang.